Kaum einige Tage hier, ist natürlich schon einiges schiefgegangen. Hier unsere 3 bisher größten Fails:
1. Der Waschmaschinen-Fail
Am Tag unserer Ankunft, spät in der Nacht, zeigt Jorge, unser Vermieter uns unsere Wohnung. Auf Spanisch erklärt er uns diverse Räume und Geräte und führt uns in so etwas wie einen Waschraum. Dann zeigt er auf einen großen Karton und faselt irgendwas von Waschmaschine. Dachten wir zumindest. Am nächsten Tag dann Ernüchterung. Der Karton ist einfach viel zu leicht, als dass eine Waschmaschine darin sein könnte. Wäre auch zu schön gewesen, also ist wohl Handwäsche angesagt. Einige Tage später, durch Zufall stoßen wir gegen den Karton und siehe da, beim Beiseiteschieben kommt ein niegelnagelneuer Waschtrockner zum Vorschein. Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, wie wir uns erst tierisch gefreut, uns dann aber ganz schön doll selber für unseren Fail ausgelacht haben. Aber immerhin, die Freude war dadurch letztendlich umso größer.
2. Der Handy-Fail
Nachdem wir festgestellt hatten, dass wir mit unseren deutschen Handys weder erreichbar sind, noch telefonieren können, gings für uns mit Gloria zum nächsten Supermarkt, um das Problem zu beheben: Am Verkaufstresen zeigt sie uns mehrere Handys, die ihrer Meinung die richtigen für uns wären. Wir dagegen haben nicht vor, ein neues Handy zu kaufen, und erklären großspurig, dass nicht unsere Handys (das kann ja schließlich gar nicht sein) das Problem wären, sondern die deutsche Simkarte. Also auf zum nächsten Supermarkt, Simkarten kaufen. Nach einigem Hin und Her hat dann jeder eine eigene, die Zuhause natürlich auch sofort ausprobiert wird. Nur leider funktionieren die peruanischen Simkarten nicht in unseren deutschen Telefonen. Also ist doch das Handy Schuld. Einige Tage später fahren wir also wieder mit Gloria in den Supermarkt, diesmal ein neues Handy kaufen. Natürlich das billigste, das zu haben ist. Wir nennen es liebevoll „Bauarbeiterhandy“. Jeder hat sein eigenes, einmal in stylischem Rot, und einmal in elegantem Schwarz. So weit das für ein Bauarbeiterhandy eben möglich ist. Wieder Zuhause der erneute Anrufversuch. Wieder klappt es nicht. Dieses Mal kann es weder am Handy, noch an der Simkarte liegen. Verzweifelte Suche nach der Ursache. Völlig auf uns allein gestellt, versuchen wir, die Handys in einem „Laden“ gegenüber aufzuladen. Natürlich haben wir unsere Handynummern nicht im Kopf, also nochmal nach Hause und die Nummern holen. Nach ein paar Verständigungsschwierigkeiten mit dem Ladenbesitzer dann tatsächlich die erste Sms, unsere Handys sind tatsächlich betriebsbereit. Das Lustige ist, dass wir mit unseren Bauarbeiterhandys wirklich die schlechtesten Handys hier haben. Die Peruaner besitzen alle Smartphones.
3. Der Zeit-Fail
An unserem zweiten Tag hier sollten wir um 12:30 Uhr von jemandem aus dem Centro Shama abgeholt werden, weil wir ja noch nicht alleine rumlaufen durften. Morgens klingelt es an der Tür. Ich liege noch gemütlich im Bett, Mareile stürmt rein. „Anna, es klingelt schon die ganze Zeit, ich weiß nicht, was wir machen sollen!“ Ich gucke auf die Uhr, ca. 11 Uhr. Also kann es noch nicht unsere Begleitperson vom Shama sein. Dementsprechend war meine Antwort: „Einfach klingeln lassen, das hört schon irgendwann auf.“ Leider hat es nicht aufgehört. Ich also aus dem Bett raus, schnell etwas Ordentliches angezogen, Mareile war mittlerweile schon gucken, wer da klingelt. Total entsetzt kommt sie wieder rein: „Anna, da steht ein fremder Mann vor der Tür und ich weiß nicht, wer das ist!“ Ratlosigkeit. Schließlich entschließen wir uns dazu, mal runter zur Tür zu gehen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Der Mensch vor unserer Tür stellt sich als Miguel vor, der uns zum Essen abholen soll. Wir sind ganz verwirrt, weil Gloria uns gesagt hatte, dass wir erst um 12:30 abgeholt werden sollen und teilen Miguel das mit. Daraufhin hält er uns sein Handy unter die Nase, auf dem es einfach genau 12:30 Uhr ist. Komplette Verwirrung bei uns. Trotzdem machen wir uns schnell fertig und folgen Miguel ins Centro Shama. Auf dem Weg der Uhrenvergleich. Auf meinem Handy ist es 11:22 Uhr und auf seinem 12:39 Uhr. Wie das sein kann, ist uns ein Rätsel, aber Miguel scheint uns unsere Verspätung nicht übelzunehmen, er lacht uns eher aus. Ein paar Tage später haben wir dann herausgefunden, wie es zu der komischen Zeit auf meinem Handy kam, nach dem wir übrigens vorher alle Uhren gestellt hatten. Am Tag bevor wir abgeholt werden sollten, haben wir die neuen Simkarten ausprobiert, weswegen ich den Akku rausgenommen habe und sich die Uhrzeit verstellt hat. Das war der peinlichste Fail hier. Aber bisher auch der Witzigste, darüber werden wir auf jeden Fall noch lange lachen können.
Eigentlich war die Fail-Liste schon vollständig und musste nur noch hochgeladen werden, aber heute ist „leider“ noch einer dazugekommen:
4. Der Erdbeben-Fail
Mareile und ich sind gerade dabei, Englischunterricht zu geben, als plötzlich alle Kinder aufspringen und nach draußen rennen. Wir stehen verwirrt alleine in der leeren Klasse. Weil wir nicht wissen, was der Grund für die plötzliche Panik ist, gehen wir hinterher und fragen die Kinder, was passiert ist. „Das war ein Erdbeben!“. Wir gucken uns an und denken uns nur „das ist jetzt ein Scherz, oder?“ Wir haben überhaupt nichts davon mitbekommen. Das war das erste Erbeben, das wir je erlebt haben und wir haben es einfach nicht bemerkt. Ich habe zwar komischen Lärm gehört, und vielleicht hat es auch ein bisschen gewackelt, aber ich hätte das nie als Erdbeben identifiziert. Das war der heutige Fail. Ein bisschen traurig sind wir schon, dass wir fast gar nichts davon mitbekommen haben, aber es war auch nur ein sehr kleines Erdbeben.
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