Im Centro Shama sind wir quasi
das Mädchen für alles.
Und das mein ich durchaus
positiv. Denn uns wird garantiert nicht so schnell langweilig.
Zwar haben wir jetzt einen festen
Stundenplan für „Miss Ana“ und „Miss Magali“, die neuen, spannenden Lehrerinnen
aus Deutschland, aber der beinhaltet sowohl Klassen aller Altersstufen als auch
Babysitten und Putz- und Aufräumarbeiten.
Als man mir offenbart hat, ich
würde demnächst Englischunterricht geben, und zwar auf Spanisch, musste ich
erst einmal schlucken. Ich kleines Ding vor wuseligen Schülern, die sich für
alles an mir interessieren außer für meine Englischkenntnisse?
Tatsächlich ist es aber einfacher
als man denkt und in den Pausen sind wir die Attraktion des Schulhofes (wenn
man einmal vom immer umherfliegenden Volleyball absieht).Die drei häufigsten
Fragen, die uns gestellt werden sind wohl „¿Cómo te llamas?“ (Wie heißt du?), „¿Tienes
hijos?“ (Hast du Kinder?, und nein, mein Alter zählt nicht als Ausrede, warum
ich noch keine habe) und „¿tienes facebook?“.
Sollte jemals ein Schüler
rausfinden, dass ich nicht wirklich Magali heiße, werde ich wohl mit neuen
peruanischen Freundschaftsanfragen überflutet. Schön ist es aber zu sehen, dass
ich gleichzeitig sowohl Lehrerin als auch Freundin für die Kinder sein kann.
Auch Ivan, der Koch des Shamas
freut sich bei unseren täglichen Essensausgaben und anderen Küchenarbeiten über
ein wenig Englischnachhilfe und bestellte schon nach wenigen Tagen die Gabeln
auf Deutsch.
Und wer hätte gedacht, dass die
ersten neuen Vokabeln, die ich lerne, fast ausschließlich mit Babys zu tun
haben? Ja, ich weiß inzwischen, was „Spuck das nicht immer aus!“ oder
„anpinkeln“ auf Spanisch heißen, „descansarse“- sich ausruhen- hören wir
ebenfalls täglich und dank der vielen unterschiedlichen Bereiche im Shama werde
ich auch weiterhin immer mehr neues dazu lernen.
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