Mittwoch, 13. November 2013

Unsere erste Chirimoya



Das Essen in Peru unterscheidet sich nicht unbedingt grundlegend von dem, was ich aus Deutschland gewohnt bin. Hier gibt es Reis oder Kartoffeln oder Reis UND Kartoffeln und das jeden Tag.

Auch Zwiebeln scheinen die Peruaner ziemlich so mögen, wobei ich ihre Liebe dazu leider nicht ganz so teile. Was aber meiner Meinung nach das Beste am peruanischen Essen ist – und dafür würde mich jeder Peruaner erschlagen- ist das Obst.
Man schmeckt eben, dass die Mango nicht importiert ist, die Banane reifen durfte und die Chirimoya direkt aus der peruanischen Selva kommt. Chirimoya? Was? – Das dachte ich mir auch, als Gloria bei unserem ersten Besuch der Stadt bei einem kleinen Stand mit den verkrüppeltsten Früchten Halt machte, um uns eine davon zu kaufen. Unser Übersetzer sagte uns dann zuhause, dass Chirimoya so viel wie „Rahmapfel“ bedeutet, was uns irgendwie auch nicht mehr sagte als der spanische Name. Denn mit Apfel hat diese Frucht nicht viel mehr gemeinsam als den Namen und die grüne Farbe.
Trotz der seltsamen Form schmeckt sie auf jeden Fall wirklich gut, ein bisschen vielleicht nach Banane.
Auch etwas Tolles am peruanischen Essen ist meiner Meinung nach immer der Refresco danach- denn getrunken wird hier nach dem Essen.
Chicha Morada, Inca-Kola, „Apfel-Saft“,Karambolasaft, immer Zimt. Vielleicht bekomme ich ja dann doch trotz Hochsommer ein wenig Adventsgefühl. 

Und während Anna und ich in den Restaurants kaum noch nachfragen müssen, aus was dieses oder jenes Gericht besteht, entwickeln wir inzwischen doch einen Hang dazu, immer wieder das Gleiche zu bestellen. Als Entrada gern Tamalito und als Hauptgang verführt immer wieder das Lomo saltado dazu, die anderen leckeren Gerichte auf der Speisekarte zu ignorieren.
Ja, auch Lomo saltado gehörte am Anfang noch zu den Gerichten, bei denen wir nachfragen mussten, was das eigentlich bedeuten sollte. „lomo“, das heißt Rind, was kleingehackt zwischen einem Berg von Zwiebeln, Reis, Pommes (ja, aber frisch aus Kartoffeln zubereitet) und ein wenig Gemüse liegt. Und wenn man dann in seinem Lieblingsrestaurant für 10 Soles, also 2,70€ noch ein Spiegelei, eine gebackene Banane, einen Refresco sowieso Vor- und Nachspeise dazubekommt, wer würde sich da noch beschweren?!

Dienstag, 12. November 2013

Einmal Wüste und zurück



Man stelle sich vor: Lima, eine Millionenmetropole an der Küste mit einer Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent.
Nun setze man sich in einen Bus, fahre gut 30 km nach Süden und steige an einer Station namens Pachacámac aus.
Nun sehe man sich um: Wo sind all die Menschen? Wieso ist es hier so trocken? Wo kommt der ganze Sand her? Und was ist das für ein Berg, der ist doch nicht etwa nur aus…Sand?!
Genau so ging es uns, als wir uns auf den Weg machten, um das alte Ruinenfeld Pachacámac südlich von Lima zu besuchen. Wir stiegen aus dem Bus und befanden uns im Niemandsland. Um uns herum Sand, eine wenig befahrene Straße und eine Schranke, die den Eingang zum Museum markierte. Obwohl wir uns vorher eifrig im Reiseführer informiert hatten, waren wir nicht darauf vorbereitet, schon so bald in der Küstenwüste Perús zu stehen.
Das zuerst unendlich erscheinende Gelände, das früher angeblich Sitz eines Orakels gewesen sein soll, haben wir todesmutig zu Fuß erkundet, den bunt bemalten Touristenbus gekonnt ignoriert. Glücklicherweise, wie uns später bewusst wurde. Zwar haben die lustigen bunten Touristengrüppchen den Sonnentempel der Anlage bequemer besuchen können, die Stille und Einsamkeit in der restlichen Teilen Pachacámacs sind ihnen aber entgangen. Teilweise sind wir uns tatsächlich vorgekommen als wären wir ganz woanders, in einer weiten Wüste, ohne Millionenstadt in direkter Reichweite, umgeben von Tempel aus längst vergangenen Zeiten.




Blick auf den Sonnentempel


Das Highlight der Anlage - der Sonnentempel