Freitag, 11. Oktober 2013

Wie es ist, ein Hund zu sein

Irgendwie scheint dieser Post aus unserem Blog auf mysteriöse Art und Weise verschwunden sein, also noch einmal, für diejenigen, die ihn verpasst haben:



Wenn ich so als Europäerin durch die Straßen Limas ziehe, erhalte ich jedes Mal einen Einblick in das Leben eines Hundes. Oder eines Aliens. Oder eines Alienhundes.
Tatsache ist, wir fallen auf.
Hier sind wir blond, egal wie dunkel meine Haarfarbe für deutsche Verhältnisse auch sein mag.
Hier sind wir (Anna ja eigentlich sowieso) für peruanische Verhältnisse groß. Was uns nur noch weiter aus der Menge herausstechen lässt.
Hier sind wir bleich. Hier sind wir gringas.
Und das Leben als gringa fühlt sich für mich tatsächlich ein bisschen so an wie das eines Aliens, zumindest auf den Straßen. Die neugierigen Blicke ignorierend latschen wir durch Lima und versuchen, uns irgendwie als Insel- und Dorfkind in dieser riesigen Stadt zurechtzufinden.
Wir, die als Aliens Straßenschilder und Verkehrsregeln gewohnt sind, suchen vergeblich nach Vorfahrtsschildern oder Geschwindigkeitsbegrenzungen. Sicherheitsabstände scheint es hier zugunsten neu eröffneter Spuren nicht zu geben. Belagert werden die Straßen übrigens fast ausschließlich von Bussen, Taxen (meist piratas) und Rikschas. Nur die Ampeln geben einem das Gefühl von Zuhause.
Nun scheinen wir aber nicht nur als Alien-gringas, sondern auch als Hunde zu gelten.
Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, uns wurde bisher nicht jeden Tag mindestens einmal hinterhergepfiffen. Will man die Umwelt schonen und geht die 10 Minuten bis zum Supermarkt zu Fuß, gibt man es tatsächlich auf, mitzuzählen (was ich dem Blog und den realen Fakten zuliebe wirklich vorhatte). Aber nach etwa ¾ der Strecke waren wir bei 8 Mal angelangt, wobei wir die „Ehh, gringa guapa“-Rufe dezent ignorieren. Es ging ja schließlich nur um unser Gefühl als Hund.
Im Centro Shama allerdings gibt es auch für uns Aliens ein Stückchen Zuhause. Dort sind wir ihre „chicas lindas“, ihre „hijas“ und bekommen wahrscheinlich mehr Umarmungen als jeder noch so geliebte Hund.

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