Wenn ich so als Europäerin durch die Straßen Limas ziehe,
erhalte ich jedes Mal einen Einblick in das Leben eines Hundes. Oder eines
Aliens. Oder eines Alienhundes.
Tatsache ist, wir fallen auf.
Hier sind wir blond, egal wie dunkel meine Haarfarbe für
deutsche Verhältnisse auch sein mag.
Hier sind wir (Anna ja eigentlich sowieso) für peruanische
Verhältnisse groß. Was uns nur noch weiter aus der Menge herausstechen lässt.
Hier sind wir bleich. Hier sind wir gringas.
Und das Leben als gringa fühlt sich für mich tatsächlich ein
bisschen so an wie das eines Aliens, zumindest auf den Straßen. Die neugierigen
Blicke ignorierend latschen wir durch Lima und versuchen, uns irgendwie als
Insel- und Dorfkind in dieser riesigen Stadt zurechtzufinden.
Wir, die als Aliens Straßenschilder und Verkehrsregeln
gewohnt sind, suchen vergeblich nach Vorfahrtsschildern oder
Geschwindigkeitsbegrenzungen. Sicherheitsabstände scheint es hier zugunsten neu
eröffneter Spuren nicht zu geben. Belagert werden die Straßen übrigens fast
ausschließlich von Bussen, Taxen (meist piratas) und Rikschas. Nur die Ampeln
geben einem das Gefühl von Zuhause.
Nun scheinen wir aber nicht nur als Alien-gringas, sondern
auch als Hunde zu gelten.
Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, uns wurde bisher
nicht jeden Tag mindestens einmal hinterhergepfiffen. Will man die Umwelt
schonen und geht die 10 Minuten bis zum Supermarkt zu Fuß, gibt man es
tatsächlich auf, mitzuzählen (was ich dem Blog und den realen Fakten zuliebe
wirklich vorhatte). Aber nach etwa ¾ der Strecke waren wir bei 8 Mal angelangt,
wobei wir die „Ehh, gringa guapa“-Rufe dezent ignorieren. Es ging ja
schließlich nur um unser Gefühl als Hund.
Im Centro Shama allerdings gibt es auch für uns Aliens ein
Stückchen Zuhause. Dort sind wir ihre „chicas lindas“, ihre „hijas“ und
bekommen wahrscheinlich mehr Umarmungen als jeder noch so geliebte Hund.
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