Es wird Zeit, euch von etwas zu berichten, das mich hier von
Anfang fasziniert: Der Verkehr in Lima.
Hauptsächlich besteht er eigentlich aus pirata-Taxis, Bussen
und Fußgängern, die sich todesmutig auf die Straße stürzen, um die kleine Lücke
zwischen den Autos zu nutzen. Weil man ja sonst den ganzen Tag auf der gleichen
Straßenseite stehenbleiben müsste.
Letztendlich muss man sich dem Verkehr aber nur dann so
todesmutig fußgängerisch stellen, wenn man zum Bus geht oder aus dem Bus
aussteigt. Ansonsten fährt man Bus. Schließlich bezahlt man hier von einem Ende
der Stadt bis zum anderen nur ein paar Cent, wenn man den richtigen Bus
erwischt. Und wenn man richtig Glück hat, erwischt man einen Bus, der sich dem
Verkehr genauso todesmutig stellt wie man selbst als Fußgänger. Denn
letztendlich gilt hier im Verkehr bloß: Surival of the fittest. Andere Verkehrsregeln
lernt man hier nicht, da bin ich mir ganz sicher.
Und wenn man richtig, richtig Glück hat, erwischt man einen
todesmutigen Busfahrer, der noch dazu laut gute Musik anhat.
Wenn man mal keine Lust auf Busse hat, kann man sich auch
ein Taxi nehmen. Die sind zwar deutlich teurer als die Busse, kosten aber nicht
einmal ein Viertel von dem in Deutschland üblichen Preis.
Zwar muss man dafür auf jegliche Sicherheitsvorkehrungen wie
Kopfstützen oder Sicherheitsgurte verzichten, aber für den Preis muss man eben
auch Abstriche machen.
Letztendlich denkt man sich in Limas Stadtverkehr sowieso:
Entweder wir kommen hier sicher durch oder ich bin eh sofort tot. So ein
Zwischending gibt es hier nicht, befürchte ich.